Das F-Wort

Ich hab mich noch nie so gut mit einer Taxifahrerin unterhalten. Ich hab mit ihr über meinem Studium geredet, von der Arbeit in der Hochschulpolitik, von SlutWalks und über Geschlechterrollen und Gewalterfahrungen beim Taxifahren.

Als ich beim Aussteigen scherze, dass ich mir ihre Telefonnummer nicht merken könnte, egal wie einfach die sei, meint sie, als Fast-Feministin müsste ich doch besonders gut mit Zahlen umgehen können, um allen zu zeigen dass die Vorurteile nicht stimmen.

Das „Fast“ können sie gerne streichen, grinse ich sie an und sie sagt, dass sie mich nur nicht beleidigen wolle. Bei „Feministin“ denke sie immer an Alice Schwarzer und die sei doch so furchtbar.

Uiui. Ach weh.

Ich glaube, ich bin Feministin, also ausdrücklich und selbstbenannt mit diesem Wort, seitdem ich Charlotte Roche mal in einem Interview habe sagen hören: „Ja natürlich bin ich das. Wenn ich sagen würde, ich bin keine Feministin, würde ich doch sagen, dass ich nicht für die Gleichstellung von Männern und Frauen bin.“

Und das ja nun wirklich nicht.

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2 Kommentare zu Das F-Wort

  1. Michael sagt:

    Gefaellt mir gut der Blog. Tolle Themenwahl.

  2. Christian sagt:

    Mit dem Argument „Ich bin für Gleichberechtigung, also für Feminismus“ habe ich mich auch schon mal auseinandergesetzt, nämlich hier:

    Dabei wird außer acht gelassen, dass große Teile des Feminismus weit mehr vertreten als einfach nur „gleiche Rechte“ sondern auch bei gleichen Rechten eine Angleichung etwa über eine Frauenquote für Führungskräfte fordert oder eine „Angleichung“ des Lohns unabhängig von verschiedenen Berufswahlen oder aber verschiedenen Einsatz im Beruf.

    Wer für Gleichberechtigung ist muss eben nicht für alles sein, für das die (sich ja auch teilweise widersprechenden) verschiedenen Richtungen des Feminismus sind. Er kann auch zB einfach Humanist sein. Die Begriffe sind insofern nicht deckungsgleich.

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