{Spam Marriage?}

M. heiratet.

Früher mal war mir M. so vertraut wie niemand sonst und ich hab mich bei ihr am besten verstanden gefühlt. Heute strengen wir uns an, damit wir es schaffen, zweimal im Jahr zu telefonieren. Sobald die Verbindung steht, finde ich problemlos zurück zu dem, wie wir uns zu dieser Zeit angefühlt haben.

Jetzt heiratet sie und ich bin eingeladen und ich brauche ein Kleid und ein Geschenk und eine Übernachtung in Berlin und vor allem brauche ich Antworten.

Ehe, im Sinne von Ja-Nein-Wiedennjetzt ist ein komplexes Thema, mit dem sich schon viele Feminist_innen viel Arbeit gemacht haben. Ich mache mir wenig Arbeit, schließlich habe ich schon für M.s Geschenk stundenlang kuschelnde Origamikatzen gebastelt und Herzchen ausgestanzt. Hier verweise ich nur kurz darauf, dass man bei Gerda Lerner lesen kann, dass die Ehe quasi zusammen mit der Sklaverei erfunden worden ist, um diese besser zu organiseren und zu erleichtern (lange her) und bei Sushila Mesquita, warum sie auch mit Regenbogen-Content nicht nicht-hierarchisch und ausschließend, also problematisch zu denken ist (sehr aktuell). Weil ich das bestimmt ganz vermurkst wiedergegeben habe, hier noch ein Verweis darauf, dass man die Autorin hier auch hören kann.

Also, alles nicht so einfach, aber das ist nur Rahmenhandlung. Sowohl für eine Hochzeit, als auch für eine Entscheidung für oder gegen den eigenen Nachnamen gibt es viele, gute Gründe. Einige davon sind bürokratisch und der Gesetzeslage geschuldet, andere den eigenen Vorlieben und Lebensentwürfen. Meckern möchte ich ausdrücklich nur an ersteren.

Ich freu mich sehr, zu Hochzeiten eingeladen zu werden. Ich stanze gerne Herzchen aus, ich besitze Schuhe die den Spagat zwischen Glamour und bequem perfekt hinkriegen und ich mag Torte. Und bei einem Stück Torte könnten wir vielleicht irgendwann mal über Gerda Lerner reden, aber das eilt auch nicht.

Viele Gedanken mache ich mir dabei aber auch und dabei ist mir eine Idee gekommen, von der ich hier gerne erzählen möchte:

M. wird ihren Nachnamen aufgeben und den ihres Bald-Mannes annehmen und sie hat gute Gründe dafür. Gute Gründe aus beiden der oben angerissenen Kategorien.

M. wollte mit mir einen „feministischen Club“ gründen, da waren wir 15 und es gab noch keine Blogs und ich hatte keine Ahnung, dass das eine verdammt coole Idee war. Ich hab sie ausgelacht. Vielleicht schulde ich ihr da was.

Ich hab nach „feministischen Hochzeitsgeschenken“ gegoogelt, erfolglos. Mich wundert, dass ich nicht fand, was mir dann einfiel, es scheint mir so naheliegend: Ich möchte M. ihren Nachnamen schenken. Schließlich bin ich die Freundin von früher, wir haben Amazonen-Romane getauscht. Natürlich gehört mir ihr Nachname eigentlich gar nicht, der gehört M.s Eltern. Ich schenke ihn ihr also nicht wirklich, ich hebe ihn ihr nur auf.

Ich habe ihn auf ein Stück Stoff gestickt und eingerahmt. Sie kann ihn an die Wand hängen, oder ins Regal stellen, sie kann ihn auch gerne in einer kleinen Kiste verstecken und alle paar Jahre mal rausholen und angucken, wenn sie grade das Gästebett im Schrank verstaut.

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Eine Trauung ist ein Übergangsritus, un rite de passage, ein neuer Abschnitt, ein neuer Status. Daran ist viel schönes, einiges zu meckern (Torte?) und etwas melancholisch ist das auch. Das alles ist so überhäuft mit Symbolen, für die Liebe, für das was kommt, für all die guten Wünsche, jede Menge Kram – ein weiteres Symbol stört da nicht, finde ich. Auf das was war, das was vergangen ist, das was rituell aufgegeben wird… aufgegeben wird?

Ich mag die Idee, zu sagen: Schön, dass Du heute was neues wirst. Aber das was Du warst, was wir waren, das bist du auch noch. Das verlierst du nicht und du gibtst es nicht auf. Wenn du es mal brauchst, helf ich dir gerne beim erinnern.

Ich kann auch die Gefahr sehen. Ich kann verstehen, warum manch eine*r sich da auf den Schlips oder die Schleppe getreten fühlen könnte. Bekopfschüttelt, belächelt, der Bräutigam beargwöhnt.

So ist es nicht gedacht. Ich schreibe wohl noch einen Brief dazu. Und denke noch ein wenig nach. Gerne auch über Gedanken von Euch, wenn Ihr welche für mich habt.

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Manierlich respektierlich: Die Sache mit der Benevolenz

Mit Sicherheit gehört dieser Text in die Sexismus- und #aufschrei-Debatte der letzten Wochen, auch wenn er sich auf einen scheinbaren Teilaspekt konzentriert. Ich nehme an, es hat auch was mit der Wahrnehmung und Reflexion der Debatte zu tun, dass ein Freund mich vor ein paar Tagen mit einer Frage anschrieb:

ich bin gerade über einen gedanken gestolpert. in wie weit haben gute manieren in zeiten des feminismus ihre gültigkeit? wollen moderne frauen die tür aufgehalten oder den einkauf nach hause getragen bekommen?
ich war heute mit meiner mitbewohnerin in der mensa. wir habenein uns ein tablett geteilt und ich fühlte mich blöd dabei, dass sie es getragen hat. die leute hätten ja denken können: „guck mal, jetzt trägt sie das schwere tablett und er geht mit leeren händen voran.“
grüße, T.

Ich war grade irgendwo und eigentlich beschäftigt mit irgendwas und tippte schnell eine Antwort zusammen (irgendwas im Sinne von „ich trage mein Mensatablett eigentlich sehr gerne selbst), mit der ich nicht so richtig zufrieden bin. Das kann man besser erklären, dachte ich mir, und habe T. gefragt, ob ich seine Frage auf mein Blog mitnehmen darf. Darf ich. Also.

nippesfiguerchen

Lieber T.,

ich war ein bisschen überrascht, als ich gemerkt habe, dass deine Frage mit den „guten Manieren“ sich als etwas komplizierter herausstellt, als ich erst angenommen habe. Ich hab es mir einfacher vorgestellt, mir schnell eine Antwort oder Erklärung einfallen zu lassen, mit der ich zufrieden bin und die für mich klingt, als ob sie dir weiterhilft.

Vielleicht liegt das Problem darin, dass ich mit dem Thema ein größeres Unbehagen habe, als ich zunächst dachte und keine Möglichkeit finde, ein kinderleichtes „How To Be A Feminist Gentleman?“ zu entwerfen. Gentleperson? Da geht’s schon los.

(Dies wird ein Text über „Männer“ und „Frauen“, obwohl ich gar nicht so glücklich damit bin. Ein Freund meinte, ich könnte disclaimernd formulieren, dies sei Ausdruck  gesellschaftlicher Machtstrukturen, die mich zwingen, dieses Thema so zu besprechen – als ob es nur „Männer“ und „Frauen“ gäbe. Es folgt also ein Reden über zwei Rollenkonzepte, und die Art, wie sie innerhalb des heteronormativen Systems aufeinander bezogen sind.)

In der Sexismusdebatte in den Medien und auf Twitter der letzten Wochen wurde immer mal wieder darauf hingewiesen, dass das in den Diskussionen über dieses Thema oft an der Oberfläche verblieben und eine fundierte Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Problem, der zutiefst verinnerlichten vergeschlechtlichten Zuschreibung (von Frauen und Männern) und Abwertung (von Frauen), fehlen würde. Vielleicht ist das Manierenthema ein guter Punkt, um dies zu verdeutlichen.

Bestimmt sind „gute Manieren“, hier gemeint als die besonders höfliche und zuvorkommende Behandlung von Frauen durch Männer, für die meisten Menschen etwas positives. Statt um Abwertung scheint es ja eigentlich um besonderen Respekt für Frauen zu gehen. Wo ist also das Problem?

Im Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung ist Sexismus als eine „duale Bewertungsstruktur“ beschrieben, die sich aus zwei Aspekten zusammensetzt: ablehnende, feindseelige Einstellungen (hostile) und subjektiv positiven, wohlmeindenden Einstellungen (benevolent). (Selberlesen geht hier.)Das ist der Knackpunkt: Benevolenz, laut dem Handbuch auch Ritterlichkeit oder Kavalierstum, bedeutet ursprünglich Wohlwollen, Gutmütigkeit und Gewogenheit (las ich hier) und verbirgt seine Problematik also hinter einem riesen Haufen guten Zeug. Oder?

Weiter im Handbuch. Eckes beschreibt den sexistischen Charakter der Benevolenz in folgenden Punkten:

  1. Belohnung von Frauen bei der Erfüllung ihrer traditionellen Rollen.
  2. Begrenzung auf soziale Situationen mit klar definierten geschlechtstypischen Rollen (zum Beispiel Dominanz des Mannes und Submissivität der Frau im hierachisch strukturierten beruflichen Umfeld).
  3. Teil einer betont frauenfreundlichen Selbstdarstellung von Männern, allerdings nur bezogen auf „gute“ Frauentypen wie die Hausfrau oder die typische Frau, im Unterschied etwa zur Karrierefrau.

In anderen Worten: problematisch an benevolentem Verhalten oder Sichtweisen ist, dass ein bestimmtes Frauen- und Geschlechterbild darin fest- und fortgeschrieben wird. Sie manifestieren ein Weltbild, in dem Frauen schwache, zarte Wesen sind, die über keine eigene Körperkraft verfügen und die in einer Sphäre verortet sind, in der Schmutz, Lärm und Kraftausdrücke verboten, Sanftheit, Zärtlichkeit und Sensibilität aber obligatorisch sind. Die Geschlechterrolle ist nicht nur eng definiert und eingegrenzt, sie ist auch noch hierarchisch strukturiert: Die Frau ist untergeordnet. Dem Mann. So gelesen ist benevolentes Verhalten eine Belohnung für eine „richtige“ Rollenperformance. Ein Beispiel ist das Türen aufhalten: Netterweise wird der Frau die körperliche Arbeit dabei abgenommen, gleichzeitig manifestiert sich männliche Kontrolle: Wer die Tür aufhält bestimmt, wer in welcher Reihenfolge hindurchgeht. Und verweist so auf die soziale Geschlechterordnung.

So werden auf der einen Seite in derartigen Praxen also Geschlechterstereotype aufgerufen, wiederholt und verfestigt und die tradtionelle Machtkonstellation von Männern und Frauen reproduziert – und das alles kulminiert sich hinter dem der zur Schau getragenen besonderen Freundlichkeit zu Frauen – schon paradox.

Diese Lese- und Interpretationsart von kulturellen Praxen vor Kistentragen, Stuhl zurecht rücken oder eben Türen aufhalten ist eine symbolische. Machen sich Männer, die dies tun, zu gemeinen Sexisten, deren geheimer Plan, die Unterdrückung von Frauen und die Einzwängung aller Menschen in ungemütlichen, engen Geschlechterrollen, sich somit enttarnt und die mit sperrigen Damenhandtaschen vermöbelt gehören?

Wohl nicht. An dieser Stelle kommen in Gesprächen manchmal die Fragen, die mit „Aber darf man denn gar nicht mehr…?!“ anfangen. Deshalb: Ich will nichts darüber sagen, was man nicht darf. Und darüber, wie andere Menschen, andere Frauen, sich fühlen, wenn ihnen die Tür aufgehalten oder explizit kein Schirm angeboten wird, auch nicht.

Was ich versuche zu sagen ist: In kulturellen Praxen unserer Gesellschaft, zum Beispiel in dem Feld der „guten Manieren“ liegen Verweise auf ein Geschlechterverhältnis, das zutiefst problematisch ist. Die mögliche Verunsicherung, die daraus entsteht, die Fragen die sich über das Zusammenleben ergeben und den Umgang damit, dass wir in ein machtvolles Geschlechtersystem gezwängt sind, das wir einen Riesenhaufen von historisch verfestigten Konnotationen und Machtstrukturen immer mit uns rumtragen – die nicht mal eben einfach so zu beantworten.

Diese Verunsicherung ist unbequem. Aber sie ist auch ein gutes Beispiel dafür, was gemeint ist, wenn so oft gesagt wird, dass Geschlechterrollen eben für alle Menschen, auch für Männer ein Problem sein können. Jetzt haben wir eben den Salat. Das Unbehagen ist da und die Arbeit, damit zurechtzukommen, müssen sich alle machen.

Statt einfachen Antworten und How-To Verhaltenstipps fällt mir dann auch nur noch ein, den Anlass mit einer Einladung zum Nachdenken zu nutzen. Sehr gerne mit Bauchnabelschau, sehr gerne im Gespräch mit anderen.

Ein paar Fragen könnten eine Anregung sein:

Fühlst Du dich wohl, wenn Du eine Tür aufhälst? Wenn jemand dir etwas heruntergefallenes aufhebt? Ein Tablett nicht trägst? Wenn jemand zur Begrüßung deine Hand küssen würde? Wenn sich alle Menschen in einer Runde mit Handschlag begrüßen und von Dir erwartet wird, stattdessen einen Wangenkuss auszutauschen? Wenn ja: Warum? Wenn nein: Warum nicht? Unter welchen Bedigungen würdest Du eine ähnliche Situation vielleicht anders bewerten? In einem anderen Raum, mit anderen Begleitpersonen, mit anderen Beobachtenden? Welche Rolle spielt in diesen zahllosen, kleinen Alltagssituationen das Geschlecht deines/deiner Gegenübers? Welche Rolle spielt deine Vorstellung von den tatsächlichen körperlichen und geistigen Kompetenzen anderer Menschen? Wo ist Platz für vielleicht liebgewonnene kleine Riten und wo Platz für neue Überlegungen und Ansichtweisen? Und wie können „nett sein“, „Rücksicht“ und „Zuneigung“ im Alltag performt werden, ohne problemtische Strukturen zu verfestigen?

Tipps zum Weiterlesen:

Mehr zu „wohlwollendem Sexismus“ steht in diesem Text von Feminismus 101 (die Seite ist übrigens rundum empfehlenswert.) und den dort aufgeführten Links.

Erving Goffman beschreibt das Phänomen auch ganz gut in seinem Aufsatz „Das Arrangement der Geschlechter.“ Der ist schon von 1977 und blieb nicht unkritisiert, veranschaulicht aber die hier beschriebene Thematik recht gut und liest sich einigermaßen fluffig:
Goffman, Erving: Das Arrangement der Geschlechter. In: Hubert Knoblauch (Hrsg.): Interaktion und Geschlecht. 2001.

Eckes, Thomas: Geschlechterstereotype: Von Rollen, Identitäten und Vorurteilen. S.178-189. In: Becker, Ruth; Kortendieck, Beate (Hg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorien, Methoden, Empirie. 3., erweiterte und durchgesehene Auflage, 2010.

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Ausgezeichnet sexistische Stereoytpe kombiniert, mein_e liebe_r Watson!

Triggerwarnung: Frustrierende Heteronormativtät und Erwähnung von sexualisierter Gewalt. Außerdem: Spoilerwarnung für die erste Folge von Elementary.

Seitdem ich vor etwa einem Jahr die erste Folge der BBC Serie „Sherlock“ gesehen habe, in der die Geschichten von Sherlock Holmes mit viel erzählerischem Talent, Hingebung zum Material und medialen Erfolg in die Neuzeit versetzt wurden, bin ich ein großer Fan und habe mich auch mit den Erzählungen Arthur Conan Doyles und der immerhin schon über 100 Jahre alten Fankultur der Sherlockians beschäftigt. Über einen geeky Artikel zu Aspekten einer feministischen Sicht und Leseweise des Kanons und der BBC Serie denke ich schon eine Weile nach, heute habe ich aber den Pilot der Serie Elementary gesehen und der drängelt sich jetzt vor.

Elementary ist eine US-amerikanische Produktion, die ebenfalls Sherlock Holmes in die Neuzeit versetzt hat – und nach New York. Ein potentieller Konflikt um die Verletzung von Urheberrechten ist auf der Wikipediaseite der Serie angedeutet, soll aber nicht mein Problem sein. Auch ein genüssliches Aufzählen und Abwiegen zahlreicher Aspekte und Details, ob und warum Sherlock die bessere Serie ist, würde ich gerne demnächst im Kneipen- oder Kaffeekontext vertiefen (Hat wer Lust?), aber nicht jetzt und hier.

Hier muss ich mir mal Luft machen.

Eine Besonderheit der Serie Elementary ist, dass sie das klassische Duo von dem brillianten Detektiv Sherlock Holmes und seinem Begleiter Dr. John Watson verändert haben: Dr. Watson heißt hier Joan, ist eine Frau* und wird von Lucy Liu gespielt. Als ich das vor Monaten in irgendeiner Ankündigung flüchtig wahrgenommen habe, fand ich das ganz interessant, aber ein paar Minuten des Piloten, also der ersten Folge der Serie, haben gereicht, um alles in genervtes Unwohlgefallen aufzulösen.

Die Baker Street Babes, eine Gruppe junger Frauen*, die den großartigen gleichnamigen Podcast machen („The Web’s Only All Female Sherlock Holmes Podcast.“ – ich hörempfehle dies wärmstens!) sind sich in der aktuellen Folge mit einem ersten Urteil ziemlich einig: Es wäre cooler gewesen, wenn Sherlock Holmes in Elementary auch eine Frau* wäre.

Allerdings. Die Entscheidung und Art der Inszenierung, Watson als Frau* zu besetzen entfaltet eine so heterosexistische Dynamik, die bestimmt kommerziell hervorragend funktionieren wird und mich von Anfang an so genervt hat, dass ich mir beim Gucken Notizen machen musste, um jetzt alles in diesen Eintrag zu kanalisieren.

Was ist blöd? Sherlock Holmes ist ein literarischer Archetyp eines Genies. Er ist allen immer überlegen, was gut für das Lösen kniffliger Kriminalfälle und schlecht für den Umgang mit Menschen ist – dafür und als empathischen, begeisterten Beobachter und Erzähler braucht er seinen Gefährten Doktor John Watson. In nahezu allen Adaptionen des Stoffes, die ich kenne, und in den Geschichten des Kanons, die ich gelesen habe, basiert die Beziehung der beiden aus beeindruckendem, protzigem Superkombinieren des einen und augenwischender Bewunderung des anderen, mal mehr und mal weniger stammelnd.

Übertragen auf ein gemischtgeschlechtliches Paar, von ‚Sherlock und John‘ zu ‚Sherlock und Joan‚ wird diese Beziehung durch klassische Geschlechterstereotypen perpetuiert, die wunderbar funktionieren. Die Asymmetrie von Wissen und Macht der Charaktere passt hervorragend zu den Geschlechterrollen männlich-rational-überlegen und weiblich-emotional-unterlegen und wird damit zu deren drölfzigster Wiederholung in der Literaturgeschichte.

(Ich würde sagen, spätestens jetzt geht’s los mit den Spoilern.)

Weiterhin wird die vielschichtige Beziehung zwischen Sherlock und John, die zwischen bedingungsloser Freundschaft, Treue und mal mehr, mal weniger interpretierbarer Homoromantik bis hin zu einer meines Erachtens ziemlich deutlichen und einzigartigen Repräsentation von Asexualität in Sherlock („Women? Not exactly my area.“) changiert, hier ziemlich stumpf überlagert von heterosexuellem Love-Interest, bla bla bla. Ich sehe es fast schon vor mir: Unzählige Staffeln, die sich an der Frage entlanghangeln ob und wie die beiden denn jetzt was miteinander anfangen. Da wäre der Einstand mit dem halbnackten Sherlock, der irgendeine Liebeszene zitiert und die arme Watson gleich mal übergriffig aus der Fassung bringt, gar nicht notwendig gewesen, da wäre ich auch so drauf gekommen. Genau wie der ganze Rest des Publikums.

Damit nicht genug. Richtig nervig wird es, als die kleinen Moderationen im Verhältnis Holmes-Watson ausgepackt werden. In der Literaturvorlage und in der BBC-Serie ist Watson ein Militärarzt, der traumatisiert aus dem Krieg zurückkommt und daran noch stark zu knabbern hat, als der Holmes trifft. Joan Watson hingegen ist keine Ärztin mehr, sie hat den Beruf aufgegeben, weil sie nicht überwinden kann, dass sie einen ihrer Patienten* versehendlich getötet hat. Zwei nur scheinbar ähnliche Szenarien des Scheiterns also, aus dem kriegstraumatisierten Mann wird die Frau, die emotional mit den professionellen und menschlichen Schwierigkeiten des anstrengenden Berufes den sie sich ausgesucht hat, nicht zurecht kommt. Er wurde angeschossen und verletzt zurück geschickt, sie hat aufgegeben.

(*Vielleicht sogar einen, dem sie sehr nahe stand. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe. If so: Noch ein Punkt auf der weiblich-emotional-Skala, merci beaucoup.)

Statt dessen ist sie jetzt eine Art Sozialarbeiterin(!), die von Holmes Vater beauftragt – und bezahlt – wird, um diesen nach einer Drogenentziehungskur zu beaufsichtigen, zu begleiten und zu unterstützen. Dies ist eine weitere, bedeutungsvolle Verschiebung im Verhältnis der beiden. Den klassischen Watson motiviert zwar auch zunächst ein materieller Faktor – er will sich mit Holmes eine Wohnung teilen um Miete zu sparen – begleitet ihn dann aber aus Faszination und Begeisterung freiwillig bei der Lösung aufregender Kriminalfälle. Indem Joan für Holmes arbeitet, verstärkt dies nicht nur die Hierarchie zwischen beiden, es nimmt ihr auch zunächst die Autonomie, sich ihm eigenständig, aus Interesse an rätselhaften Verbrechen und dem Phänomen des schrulligen Genies, anzuschließen.

(Dazu passt auch der Kontrast des John Watson, der sich mit dem Versprechen auf ein bisschen Splatter motivieren lässt, Holmes zu einem Tatort zu begleiten und mit diesem schnell fachsimpelnd neben der Leiche einer Frau kniet, zu Joan Watson, die sich als einzige im Raum wegdrehen muss, als eine verborgene Tür das entsprechende Äquivalent freigibt. Aber da war ja auch mehr Blut.)

Statt dessen ist ihre Verbindung zu ihm: Care-Arbeit. Sie passt auf ihn auf, gibt Trost und Halt, steht zu seiner Verfügung, ist Pflegerin, Assistentin, Betreuerin. Auf meinem Geschlechterrollen-Bullshit-Bingo Zettel fehlt nur noch dass er sie „Mama“ nennt, oder sie seine Anrufe entgegen nimmt und seine Termine verwaltet, dann gewinne ich ein Überraschungsei. Für Mädchen, natürlich.

Dass Joan auch noch von Holmes‘ Vater angestellt und bezahlt wird, verstärkt diese Dynamik.  Sie entscheidet zunächst nicht frei, sondern ist eingebunden in ein komplexes Erwerbsverhältnis, das die Männer kontrollieren. Der unsichtbare Vater als Auftrags- und Geldgeber und der Sohn als, wie sich schnell herausstellt, schwieriger, mehrfach grenzüberschreitender Klient.

(Triggerwarnung: Sexualisierte Gewalt.)
Und sowieso. Von der Art, wie in der Folge sexualisierte Gewalt dargestellt und als erzählerisches Mittel genutzt wird, explizit detailliert inszeniert, um dem schlauen Mann einen kniffligen Mordfall zum Lösen zu geben, möchte ich am liebsten gar nicht anfangen. Kein Sonderfall im Genre der Kriminalgeschichten, aber das macht es nicht besser. Schlimmer macht es dagegen die Szene, in der der ambivalente Held eine Überlebende des gleichen Täters solange der Lüge bezichtigt und mit drängenden Fragen retraumatisiert, bis er des Raumes verwiesen werden muss – natürlich legitimiert durch den Verlauf der Handlung und seiner Ermittlungen.

Ich hör jetzt auf. Ich schreibe diesen Artikel mit dem Gedanken an die vielen „abers“, die Lesende vielleicht auf den Lippen haben. Aber Lucy Liu ist doch so cool, so taff, so smart, generell und in der Serie. Aber sie kündigt Sherlock doch und entscheidet später freiwillig, zurückzukommen. Aber Frauen* sind auch im Kanon Objekt von Gewaltverbrechen und Männer* die Subjekte in deren Aufklärung. Aber sexualisierte Gewalt gibt es doch und muss auch dargestellt werden. Aber aber aber.

Mein Punkt ist: Klassische, stereotype Geschlechterrollen sind bewährt, aber blöd. Von einflussreichen Medien (Ach was. Von allen.) wünsche ich mir, wenn sie mit der Kategorie Geschlecht in ihren Inszenierungen literarischer Motive rumspielen (Ach was. Generell.), dieses zu bedenken, sorgsam damit umzugehen und sexistische Klischées und heteronormative Dynamiken zu vermeiden, verfremden oder zu dekonstruieren. Dass das Leben kein Wunschkonzert ist und statt dessen wiederholt und bekräftigt wird, was bislang gut funktioniert, hat sich wieder einmal gezeigt. Nach schade kommt blöd.

Weiterdenken. Während das was oben steht, ziemlich impuslsiv aus mir rausgesprudelt ist, bin ich innerlich an zwei Punkten noch nicht fertig:

Erstens habe ich meinem bisherigen Text ganz schön übergangen, dass bei der Transformation von John zu Joan und der Besetzung durch Lucy Liu nicht nur aus einem männlichen Charakter eine weibliche Figur wird, sondern auch aus einem weißen Charakter eine (und spätestens hier verlasse ich meine sprachliche Comfort-Zone) als nicht-weiß gelesene Figur wird. Während mir zu den Verschiebungen entlang der Kategorie ‚Geschlecht‘ sofort ganz viel eingefallen ist, bin ich in dieser Dimension noch mitten im Nachdenken. Inspiriert von Steff von Heiterscheitern, die  kürzlich Schweigen als sehr privilegierte und gewaltvolle Praxis bezeichnet und mir viel zum Nachdenken gegeben hat, möchte ich diesen Punkt hier nicht übergehen, sondern meine Zurückhaltung darin sichtbar machen.

Zweitens stolpere ich sowohl in der BBC Serie als auch in der amerikanischen über das Element, dass Sherlock explizit unendgeldlich als Berater der Polizei arbeitet. Insbesondere im Kontext der erwerbsarbeitentsgeprägten Beziehung zu Joan, aber auch so, führt das zu mir entlang der Schlagworte ‚privilegiert‘ und ‚prekär‘ zu einem bedeutungsgeladenen Unbehagen, das ich aber noch nicht so richtig fassen kann.

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Standing Observations

Vor einiger Zeit hat Helga bei der Mädchenmannschaft einen Artikel über geschlechtlich konnotierte Posen geschrieben – also Körperhaltungen die Männlichkeit oder Weiblichkeit herstellen – der mich daran erinnert hat, dass ich hier gerne noch etwas zeigen wollte.

Statue eines Mannes aus einer Kirche in Münster. Ich habe dieses Foto vor etwas mehr als einem Jahr in einer Kirche in Münster gemacht. Die Qualität ist schlecht und das tut mir leid, es ist aber ausreichend für das, um was es mir geht.

Das ist nämlich die Körperhaltung der Person. Obwohl es ziemlich eindeutig so aussieht, als sei hier ein Mann* dargestellt – vielleicht ist es Jesus, ich weiß es nicht – wirkt die Pose der Figur irgendwie… weiblich. Die Figur steht nur auf einem Bein, das andere ist angewinkelt, sie stützt sich auf die Säule, die Hände sind anmutig übereinander gefaltet, der Oberkörper nach vorne geneigt, der Kopf leicht gedreht… der Körper ist nicht stabil auf beide Hände gestützt, sondern nur auf einen Punkt, die Hände liegen noch nicht mal richtig auf der Säule auf, alles an dieser Statue ist sanft, grazil, anmutig. Ich sehe Weichheit und Zartheit, die Gestalt macht sich kleiner als sie ist, ist leicht in sich verdreht, könnte wahrscheinlich leicht umgeschubst werden und mutmaßlich würde niemand sich im alltäglichen Leben je so hinstellen. Kurz: Alles an ihr sagt „Lady“.

Angenommen, ich hätte mich mehr mit Bildhauerei als mit den Gender Studies beschäftigt, ich würde vielleicht eine römische Schönheitsgöttin oder eine sehnsüchtige Königstochter so darstellen, aber wohl nicht den Sohn Gottes oder irgendeinen anderen biblischem Protagonisten.

Ich habe damals leider keine Hinweise zu der Statue gefunden, ich weiß nichts über ihre Entstehung, ihre Komposition und ihr Motiv. Vielleicht ist mein kultureller Vorrat an Vorstellungen darüber, welche Körperhaltung Männlichkeit oder Weiblichkeit ausdrückt historisch so begrenzt, dass es vor einigen Dekaden problemlos möglich war, einen Mann* so darzustellen ohne seine Männlichkeit in Frage zu stellen, vielleicht dient dieser Pose einer bestimmten künstlerischen Intention, vielleicht gibt es eine Geschichte dazu.

Auf jeden Fall sehe ich durch diesen Fund gut illustriert, wie normiert die geschlechtliche Performance vom Körperposen ist, wie das kulturelle Setting, das Männlichkeit und Weiblichkeit codiert, auch ganz anders aussehen könnte und wie anfällig es für Irritationen ist.

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Blogrollzuwachs: CLASS MATTERS

Ich habe heute ein Blog zu meine_r* Blogrollhinzugefügt und dachte mir, ich könnte eigentlich ein paar Worte dazu sagen anstatt das einfach still und heimlich zu tun. Hätte ja auch den Vorteil, dass auf diesem Blog überhaupt mal was gesagt wird.

Also, seit heute mit dabei in meinem rechten Rand meiner Seitenspalte meiner liebevoll zusammengestellten Liste von Leseempfehlungen ist nämlich CLASS MATTERS, ein, so die Worte der Verfasserin, „Empowerment-Blog für Leute die Klassismus erfahren (haben).“ und das großen Anteil daran hat, dass ich die Wirkweisen und Auswirkungen der Kategorie Klasse zunehmend in meinem Alltag und Lernen zunehmend bewusst wahrnehme und mitzudenken versuche.

Ich habe den Eindruck, dass in der traditionellen Trias der soziologischen Strukturkategorien race, class und gender in meinem Umfeld – ob in der Uni, im Internet oder im dem Rest – die Kategorie class vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erfährt. Der AStA meiner Uni, beispielsweise, veranstaltet jedes Jahr zwei große Aktionswochen: Die Aktionstage gegen Homophobie und Sexismus (die heißen so) und das festival contre le racisme – zwei von drei Kategorien bekommen hier eine Woche Platz und Aufmerksamkeit und bis zum Tippen dieses Textes ist mir das noch nicht mal richtig aufgefallen. Allerdings habe ich ein Gerücht aufgeschnappt, dass über die Einführung eines Klassismus-Referates nachgedacht wird – vielleicht kommt da ja etwas in Bewegung?

Ich jedenfalls verweise auf CLASS MATTERS und bedanke mich auf diesem Wege für viel Lesestoff, Anregungen und Horizont-Erweitern.

Disclaimer: Jetzt streßt mich, dass in meinem Blogroll noch ganz viele tolle Blogs fehlen. Ich betone, dass dies so ist und nehme mir vor, daran zu arbeiten und vielleicht auch zukünftig ab und zu mal eins vorzustellen.

*Ha! Der Gender Gap kann viel, sogar einspringen wenn ich den Artikel einfach nicht weiß. <3

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GenderCamp 2012

Disclaimer: Ich nehme gerade viel Feedback von Menschen wahr, für die Ereignisse auf dem GenderCamp problematisch und anstrengend waren. Ich glaube, meine Perspektive ist ganz schön „Sonnenschein“, und möchte sie nicht in Ignoranz der Tatsache verbreiten, dass das leider nicht für alle so war. Aus Gründen.

Übernächstes Wochenende fahre ich auf Chorfahrt. Chorfahrt bedeutet, dass mein (eigentlich ehemaliger) Chor in eine Jugendherberge fährt, tagsüber konzentriert probt,  abends gesellig schwatzt und dann bis spät in die Nacht leidenschaftlich weitersingt.

Dieses Wochenende war ich auf dem GenderCamp. Das GenderCamp funktioniert recht ähnlich nur dass es statt Musik Workshops und Sessions zu feministischen Themen gibt und dass ich bisher niemanden der Teilnehmenden persönlich kannte, sondern nur aus dem Internet.

Diese Menschen aus dem Internet bedeuten mir viel. Die netzfeministische Community ist für mich von Anfang an ein bedeutender Wegbegleiter bei der Auseinandersetzung mit Feminismus, Geschlechterverhältnissen und Aktivismus und bei meinem Lernprozess in diesen und Bereichen mindestens so wichtig wie mein Studium der Gender Studies. Vielleicht sogar noch mehr. Sie ist mein Zugang zu praktischen Aspekten von dem, was ich theoretisch im Studium gelernt habe, zu Bewältigungsstrategien von Kackscheiße, zu Aspekten und Gedanken, auf die ich sonst nicht gekommen wäre. Und, ganz wichtig, sie gibt mir das Gefühl, nicht alleine zu sein mit einer Sichtweise und Problemempfindlichkeit, die oft von anderen unverstanden scheinen.

Die Menschen kennenzulernen, die hinter den Nicks, den Tweets und den Blogposts stecken, die Gesichter zu den Stimmen, die mich beim Kochen, Bahnfahren und Aufräumen begleiten und bereichern – war ganz schön aufregend. Die letzte Etappe im Zug verbrachte ich mit klopfendem Herzen. Und obwohl ich mich nicht immer getraut habe, auf alle zuzugehen mit denen ich mich gerne mal unterhalten hätte, habe ich viele tolle neue Bekanntschaften gemacht und mich die meiste Zeit sehr wohl gefühlt.

Gleichzeitig war ich auch oft recht angespannt. Die Auseinandersetzung mit Awareness auf dem Camp und die kritische Selbstreflexion des eigenen Verhaltens und Wirken auf andere in Zusammenhang mit der Diskussion komplexer, politischer und hoch aufgeladener Themen und einer recht großen Gruppe von Menschen, die ich kaum kannte, Sensibiltäten also im Zweifel schlecht einschätzen konnte – das war anstrengend. Ich denke, das diese Sorte „anstrengend“ und das daraus entstehende Unbehagen entstehen, wenn eigene Privilegien sichtbar gemacht, hinterfragt und bearbeitet werden, wie an dieser Stelle treffend beschrieben. Also eine sehr wichtige und konstruktive Art von Unbehagen. Awareness ist eben kein Ponyhof*.

Das ansonsten beeindruckenste, was ich von dem Camp mitnehme ist gar nicht mal die Diskussion eines bestimmten Themas (wobei da natürlich viel dabei war), sondern das Format des BarCamps selbst und seiner Sessions. BarCamp bedeutet, dass der Ablaufplan der Vernstaltung nicht vorher geplant wird und keine Redner_innen eingeladen, keine Themen festgelegt werden. Statt dessen entsteht die Struktur der Veranstaltungen vor Ort, Teilnehmende schlagen Sessions vor, die Diskussionen, praktisches Arbeiten, Basteln und Spielen, Inputs und viel mehr beinhalten können. Newbies wie mich hat das ein bisschen Eingewöhnung und Mut abverlangt (am zweiten Tag habe ich mich getraut, meine Masterarbeit vor- und zur Diskussion zu stellen). Aber ich habe dann schnell gemerkt, dass kaum jemand wirklich auf die angebotenen Sessions vorbereitet war – wichtiger war vielmehr, einen Raum für ein Thema zu schaffen, in dem Interessierte zusammen kommen und sich damit auseinandersetzen konnten.

Mich begeistert diese Möglichkeit, Themen die mich gerade beschäftigen, oder Fragen, an denen ich mich aktuell abarbeite bewußt zu thematisieren und im Austausch mit anderen zu bearbeiten, anstatt auf den nächsten Kneipenabend zu hoffen, bei dem „sich das mal ergibt“. Dieses Format möchte ich von dem Camp mitnehmen und in meiner Alltagswelt etablieren.

Was ich außerdem mitnehme: Lust am Sticken und der Vorsatz, dies zu oft zu tun, viele neue Menschen und viel mehr Traffic auf Twitter, das schöne Gefühl, in der Internetfeminismuswelt jetzt noch mehr zu Hause zu sein als vorher und jede Menge Stoff und Themen zum Nachdenken. Vielleicht mach ich hier ja mal einen Workshop dazu.

*Manchmal aber gleich neben einem. Höhö.

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Screw it!

Eine eigentlich unscheinbare Alltagsbeobachtung, Sekundenbruchteile.

Ich habe gestern bei einem Umzug geholfen. Weil ich für die Kernaufgabe von Umzügen – schwere Sachen viele Treppen hoch oder runter tragen – nur noch so mittelgeeignet bin, seit ich genau das wegen einer Knieverletzung reduzieren sollte, hatte ich die Aufgabe, eine große Holzplattform mit einem Akkuschrauber auseinanderzubauen.

Das hat Spaß gemacht, ich mag Akkuschrauber. (Besonders wenn die Alternative aus schweren Kisten und vielen Treppen besteht.) Was mir aber eindrucksvoll in Erinnerung geblieben ist, ist die Situation, dass ich eine besonders fest sitzende Schraube solange nicht herausbekommen habe, dass ein paar von den anwesenden Menschen, zu dem Zeitpunkt hauptsächlich Jungs, schon mit dem Hinauftragen fertig waren und Zeug_innen wurden, wie ich mich schließlich mit einem analogen Schraubendreher an dem festsitzenden Ding abmühte. Sie standen um mich rum, teilweise erschöpft von immerhin vier Stockwerken und vielen Kisten, teilweise ebenfalls mit Schrauben und Werkeln an dem Hochbett beschäftigt, während ich der hartnäckigen Schraube nur Millimeterbruchstücke abringen konnte und leise vor mich hin fluchte.

Erst als einer der Jungs zurückhaltend anbot, mich abzulösen und betonte, mir meine Problemschraubenbewältigungskompetenz aber nicht absprechen zu wollen, wurde mir klar, dass ich die ganze Zeit unbewußt aber unbeirrbar erwartet habe, dass genau das passiert. Dass einer von den Jungs(TM) mir angesichts meiner Unterlegenheit gegen das Metall den Schraubendreher aus der Hand nimmt und seine naturgegebene Körperkraft und Technikkompetenz dagegen anwendet. Nicht überheblich, nicht unfreundlich, aber doch unentrinnbar.

Die Menschen, die bei diesem Umzug anwesend waren, gehören ausnahmslos zu meinem queerfeministisch orientierten Freundeskreis; die meisten von ihnen sind schon viel länger in dieser Szene unterwegs als ich. Sie tragen „Kill Your Gender“T-Shirts, an deren Entwurf, Herstellung und Verteilung sie selber maßgeblich beteiligt waren, sie haben mir einiges von dem beigebracht was ich über antisexistisches Engagement weiß und in Seminaren diskutieren wir zusammen über Butler, Foucault und die heteronormative Matrix. Wenn wir miteinander reden teilen wir einen Konsens über geschlechtersensibles Sprechen, den ich fast nirgendwo anders so erwarten kann und gemeinsam bringen wir eine nette Vielfalt an nicht-heteronormativen Lebens- und Liebensentwürfen zusammen.

Und dass alles, unser schönes akademisch-aktivistisches superreflektiertes, kritisches  Geschlechterbewußtsein reicht – zumindest in meinem Kopf – genau bis zu einem verkanteten Stück Metall, 4 Zentimeter lang und augenscheinlich seinerseits um ein vielfaches widerständinger als ich selbst in Bezug auf Geschlechterrollen.

Ein winziger Moment, eine freundliche Bemerkung, eine Nachfrage anstelle des Anspruches mir etwas einfach aus der Hand zu nehmen haben mir sichtbar gemacht, dass ich auch in diesem reflektierten Kreis, nahezu ohne es zu merken, in der ständigen Erwartung lebe, dass mir selbstverständlich die Fähigkeit abgesprochen werden kann, eine bestimmte Aufgabe zu bewältigen.

Die Geschichte ist dann übrigens so ausgegangen, dass ich noch ein bisschen weiter gegen die Schraube angedreht, sie schließlich aber doch einer anderen Person überlassen habe. Jemand mit mehr Muskelkraft und Werkzeugerfahrung als ich, und zu dem Zeitpunkt auch frischer in Sachen Schrauben-Frustration. Zumindest habe ich mir das dann eingeredet. Männlich konnotiert auch, ja, aber das ist nur Nebensache. Oder?

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Baby!

F. hat ein Kind bekommen. Es ist winzig klein, es macht herzerweichende, quietischige Geräusche, es hat eine begeisternd komische Mimik und es riecht unglaublich gut.  Es macht noch nicht viel mehr außer Schlafen, aber das macht es so gut, dass man ihm stundenlang dabei zusehen kann.

Gestern hatte ich es auf dem Arm, mein erstes Mal mit so einem kleinen Baby überhaupt. Ich weiß nicht sehr viel über Säuglinge und ein Neugeborenes in meinem unmittelbaren Umfeld zu haben ist sehr aufregend.

Es ist aufregend, die Welt in der F. und ich uns bewegen, durch den Und-das-Baby?-Filter zu betrachten: Wohin kann man ihn mitnehmen, wie sind die Regeln, was ändert sich? Wo gibt es eigentlich Stillräume?(„Weißt Du was? Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie ein Schild „Stillraum“ gesehen.“) Wie bindet man ein Bauchtuch? Darüber nachdenken, was für ein krasses und fragwürdiges Konzept Säugetiere eigentlich sind (Die Geburt, hallo? Stillen, hallo? Der Schlafmangel, die Schwangerschaft, das ganze Zeug. Mich fragt ja keiner, aber ich hätte nicht darauf getippt, dass sich das durchsetzt.) und wie viele Dinge es in Zusammenhang damit gibt, die einem niemand vorher erzählt, wie viel von meinem Halbwissen aus Filmen und Serien sich als Mythos entpuppt, der nix mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Ich bin hingerissen von dem kleinen Mensch und beeindruckt davon, wie viel Kraft seine Ankunft erfordert. Nicht, dass ich mir das nicht so hätte denken können oder schon wusste, aber es zu sehen, natürlich alles und immer mit der Perspektive irgendwann einmal selbst nicht nur die Beobachtende zu sein, ist etwas ganz anderes.

Aber noch viel mehr bringt mich zum Nachdenken. Wie F. erzählt dass ihr Krankenhaus den Service anbietet, Neugeborene beim Standesamt anzumelden und die Eltern so von etwas Papierkram und Behördengängen zu entlasten – das aber nicht für Alleinerziehende gilt oder Menschen die keine Staatsbürgerschaft haben. Logisch: Deutsche Paare sind natürlich die Gruppe, die am meisten Unterstützung benötigen. Wie das Thema „Staatsangehörigkeit“ und „Aufenthaltsgenehmigung“ Faktoren sind, die verhindern können, dass die Mutter das dringend benötigte Unterhaltsgeld bekommt. Wie Krankenhausformulare implizieren dass „die Frau bei dem Mann lebt“ (Dass beide zusammen leben oder der Mann bei der Frau? Ausgeschlossen!) oder „ihren Beruf noch nicht aufgegeben hat“. Hallo? Die Fünfziger haben angerufen und wollen ihr Weltbild zurück.

Mir ist klar, dass solche Dinge ihre systemeigenen Logik haben und dass es einen Grund gibt, warum das Krankenhaus und die Behörden sich so verhalten, der natürlich nicht reine Bosheit ist. Was dabei herauskommt aber, benachteiligt bestimmte Menschen so massiv, nach mitunter völlig absurden Kriterien. Das ist nicht die Welt in der ich leben möchte. Das muss überdacht werden.

Und mich bringt zum Nachdenken, wie stark ein so kleiner Mensch, der noch nicht mal weiß wie viele Füße er hat oder wie sich Erde anfühlt, schon eingebunden ist, in die Kategorien seines Geschlechts, seiner Hautfarbe, seiner Herkunft. Wie sehr auch ich vorher gespannt war, wie er nun aussehen wird, wie die Farben seiner Haut und seiner Augen, die er noch nicht mal richtig aufbekommt schon jetzt Thema sind und es wohl für immer sein werden. Wie ein Ankommen in unserer Welt, unserer Gesellschaft auch bedeutet, sofort von ihren Strukturen erfasst und eingebunden zu werden, noch bevor mal den Unterschied zwischen Fruchtblasenwasser und richtiger Luft einigermaßen verarbeitet, geschweige denn erfasst hat.

Aber jetzt ist er da. Ich freue mich wahnsinnig. Heute morgen, als ich meinen Tag damit beginnen wollte, verschlafen meinen Wecker zu verfluchen, ist mir eingefallen, dass ich viel mehr als drei Stunden geschlafen habe, ungestört und was für ein Luxus das ist. Ich freue mich darauf, Wickeln zu lernen und Spazieren zu gehen und mit meiner kleinen Kamera ein paar schöne Videos zu drehen, viele Fotos zu machen. Ich hoffe, der Mama eine kleine Hilfe und Entlastung sein zu können, angefangen bei den Emailfiltern, die ich gestern für sie eingerichtet habe, damit das Mails checken schneller geht. Ich freue mich auf den Unsinn, den wir uns einfallen lassen können, mit so einem kleinen Menschen. Und ich denke darüber nach ob ich den geplanten „This is what a Feminist looks like“ Strampler wirklich mit meiner Textilmalfarbe gestalten kann, oder ob das schlecht für Babysachen ist. Ööh. Tja. Keine Ahnung.

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Workshop: Feminismus Schreiben Lernen

Ich habe gestern an einem Workshop teilgenommen: „Feminismus schreiben lernen: schreiben als politische Praxis“ von Lann Hornscheidt. Lann Hornscheidt ist Professor_in für Gender Studies und Sprachanalyse am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humbold Uni in Berlin und ist Teil des Arbeitskreises Feministische Sprachpraxis. Der widerum hat ein Buch herausgebracht, das genauso heißt wie der Workshop gestern: Feminismus Schreiben Lernen. (Weil mir grad nichts schlaueres einfällt, ein Link zu Amazon.)

Teilnehmende des Workshops wurden im Vorfeld gebeten, die Einleitung zu dem Buch zu lesen und milde verwundert darüber, dass ich offenbar in einer Phase bin, in der ich freiwillige Hausaufgaben gewissenhaft erledige, habe ich das auch gemacht.

Beim Lesen des Textes habe ich einen alten Bekannten wiedergetroffen, der sich schon lange nicht mehr bemerkbar gemacht hatte: Der alte Beißreflex, der beim Lesen von gendersensibler Sprachakrobatik, bei Abweichungen von sprachlichen Normen um diskriminierende und hierachisierende Strukturen von Sprache aufzudecken und zu dekonstruieren, auftauchen kann – der Impuls die Luft scharf einzuziehen und zu sagen „Najaaaa. Das ist jetzt aber wirklich… ganz schön… übertrieben?“

Den kenn ich noch. Von früher. Von der Zeit „davor“, vor den Gender Studies, vor den linken Uni-Räumen, vor dem Netzfeminismus, vor der täglichen Lektüre von Seiten wie der Mädchenmannschaft und den Sociolocial Images. Von der Zeit, bevor ich mir beim Lernen über strukturelle Hintergründe und Zusammenhänge von heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit, von Sexismus und Rassismus und den ganzen blöden Rest eine ganz neue Haltung zu der Bedeutung Politischer Korrektheit und ein ganz neues Vokabular zugelegt habe.

Ein Vokabular, in dem ich mich jetzt manchmal sogar schon einigermaßen trittsicher fühle – eben bis ich den oben genannten Text gelesen habe. Darin gehen die Autor_innen über den gefühlten Konsens meines netzfeministischen und universitären Umfeldes noch weit hinaus, erfinden neue Begrifflichkeiten wie „Typisierte“ und „Frauisierte“, „Androgenderung“ und „Dyke_Trans“ und sind genrell großzügig und experimentierfreudig in der Verwendung des Unterstriches, der vielfach Wortteile voneinander trennt und so auf Doppeldeutigkeiten hinweist. Ver_wendung. Habt Ihr schonmal bemerkt,  dass in Ver_Wendung die „Wendung“ drinsteckt? So etwa.

Gar nicht so einfach, also. Aber da ich dem Beißreflex und dem herablassenden „Najaaaaa“  in den letzten Jahren ja nun des öfteren auf der anderen Seite des Diskussions-Zaunes begegnet bin, hab ich es geschafft, ihn im Zaum zu halten und mich selber durchzubeißen. Im Workshop gestern hat di:er Refertent_in uns viel über die Hintergründe, die Gedanken hinter den Sprachkonzepten und die Entstehung des Buches erzählt.

Wichtig für mich und besonders prominent hängen geblieben: Sprache geht nicht in perfekt. Ich kann mir vielleicht ein Vokabular aneignen, mit dem ich besser als vorher in der Lage bin, Diskriminierungen zum umgehen oder sichtbar zu machen anstatt sie einfach selbstverstädlich fortzuschreiben, aber damit wird man nicht fertig – irgendwer bleibt immer ungenannt, jede Nennung festigt die Einteilung in Gruppen und die damit entstehende Problematik und wenn ich alles bedenken und mitsprechen will, wird die Gruppe derer, die mich verstehen können und wollen immer kleiner. (So wie ich mich jetzt auch gerade frage, wer überhaupt bis hier hin liest.) Es bleibt immer der Aspekt der Strategie: Worum geht es mir jetzt gerade, wo lege ich meinen Fokus?

Auch wichtig fand ich: Wenn ich spreche (oder schreibe) habe ich eine Vorstellung von der Person, an die ich mich wende. Bei diesem Blogtext, bei einem Tagebucheintrag oder bei einer Seminararbeit: Es gibt eine Idee von der potentiellen Leserschaft des Textes, die den Prozess des Schreibens beeinflusst. Und diese Idee widerum kann ich beeinflussen. Wie schreibe ich für Euch – denke ich Euch als feindseelig, als Verbündete und gutmütig, denke ich Euch als die, die genau verstehen was ich meine oder als die, für dich weiter ausholen und erklären möchte? Will ich Euch provozieren, überzeugen, ans Bein pinkeln oder gucke ich, was mit mir und meiner Sprache passiert, wenn ich Euch einfach Euch selbst überlasse und mich darauf konzentriere, diesen Text für mich zu schreiben?

Letzendlich komme ich wieder zu dem Punkt zurück, auf dem ich mich eigentlich auch schon „vor“ dem Feminismus in meiner Biographie recht wohlgefühlt habe: Hach, Sprache! Jedes Wort, jeder Satz, jeder Anlauf, etwas zu artikulieren was vorher nur im Kopf existiert hat, ist eine neue Möglichkeit und eine neue Herausforderung und fertig wird man ohnehin nie.

Um zu einem Ende zu kommen (für Euch, weil niemand Blogeinträge liest, die zu lang sind und für mich, weil ich heute auch noch was anderes machen möchte): Das war gut. Der Workshop jetzt. Wer bis hierhin mit allem etwas anfangen konnte, dem empfehle ich, die Lektüre des Buches mal in Erwägung zu ziehen und wenn Ihr mal Gelegenheit habt, Lann Hornscheidt zu diesem Thema sprechen zu hören, diese dann wahrzunehmen.

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Review: Transgender und Intersex in Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft

In der letzten Woche war ich, zusammen mit vielen großartigen Menschen, bei der Konferenz „Transgender und Intersex in Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft“, die organisiert von der TU Dresden, der Böll-Stiftung, dem British Counsil und der Dreilinden GmbH im Deutschen Hygiene Museum in Dresden stattfand.

Die Konferenz war interdisziplinär und international angelegt. Die Vortragenden kamen aus diversen Fachrichtungen und sprachen auf Deutsch oder Englisch. Einige Schwerpunkte des umfangreichen Programms lagen auf Sensibilisierung für Schwierigkeiten auf Seiten von Betroffenen und deren strukturelle, gesellschaftliche Ursachen, medizinischen Aspekten und Sichtweisen auf Trans* und Intersex und die Kritik daran, Darstellungen und Diskurstradtionen über Intersex und Trans* in Literatur, Fotographie und Film.

Highlights waren für mich die kurzweiligen Beiträge der Künstler_innen und Aktivist_innen Ins A Kromminga und Del LaGrace Volcano, der Vortrag von Heinz-Jürgen Voss über die Komplexität biologischer Prozesse, die eher auf eine Vielfältige, als auf eine binäre Zweigeschlechtlichkeit der Natur verweisen.

Bemerkenswert fand ich, dass Menschen die sich professionell und beruflich mit den Phänomenen auseinandersetzen und Betroffene gleichermaßen anwesend waren, und sich oft auch beide Positionen überschnitten haben. (Also, dass referierende Wissenschaftler*innen sich als trans* und/oder intersex identifiziert haben.) Dies hat die Konferenz und vor allem die Diskussionen sehr bereichert und mitunter auch zu etwas schärferen Tönen in den Auseinandersetzungen geführt.

Negativ aufgefallen ist mir – mal wieder – der Aspekt des Vokabulars. Obwohl gleich zu Anfang der Konferenz von diversen Sprecher*innen und Personen aus dem Plenum darauf hingewiesen wurde, dass Trans- und Intersexualität irreführende Benennungens sind, die auch von einem Großteil der Betroffenen abgelehnt werden und dieser Umstand meiner Meinung nach zumindest in Räumen, in denen wissenschaftlich zu diesen Themen gearbeitet wird, wohlbekannt sein sollte, hat die Mehrzahl der Referierenden unbeirrt genau diese Begriffe verwendet.

Unter dem Strich habe ich den Eindruck, dass ich zwar auf die -vielleicht sehr spezifischen –  Fragen, die mich im Bezug zu Intersex und Trans* derzeit so umtreiben wenig Antworten bekommen, aber viel Interessantes und Neues gelernt habe. Vor allem in Bezug auf Intersex habe ich bestimmt einen großen Brocken Sensibilität dazu bekommen und habe mir fest vorgenommen, darauf zukünftig in eigenen Benennungspraktiken mehr Wert zu legen.

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